Was ist Matcha?

Schaumig, grün und lecker duftend – das ist Matcha, ein japanisches Teegetränk aus grünem Tee bei welchem man das ganze Teeblatt als Pulver gemahlen trinkt.

Bestimmt hast du „Matcha“ schon in verschiedenen Teeläden, Restaurants, Supermärkten oder sogar Eisdielen gelesen. Doch was ist Matcha genau? Wie schmeckt Matcha und wie wird es hergestellt? Darauf und viele weitere interessante Facts zum Getränk Matcha möchte ich in diesem Artikel eingehen. Ich verspreche dir du wirst es lieben, denn grüner Tee muss nicht bitter sein. Du wirst lernen, wie du ganz einfach selbst Matcha zubereiten kannst. Also lass dich mitreißen und erlebe den Genuss.

Eine dampfende Tasse Tee und eine Teekanne stehen auf einem Tisch vor einem Bambuswald.

Definition Matcha: Was ist Matcha das?

Matcha ist DAS grüne Teegetränk aus Japan überhaupt. – Aber was ist das genau? Das und viele weitere interessante Facts über Matcha findest du in diesem Artikel.

Matcha ist zu Pulver gemahlener Grüntee und stammt ursprünglich aus Japan. Für Matcha wird hochwertiger, grüner Tee zu feinstem Pulver gemahlen. Dieses Pulver wird mit 80°C heissem Wasser gemischt und aufgeschäumt. Für Matcha wird das gesamte Blatt als Pulver im Tee gelöst getrunken statt eines klassischen Aufgusses der Blätter, welche wieder entfernt werden.

Matcha ist sehr vielseitig und lässt sich als Matcha Latte oder Matchakuchen  zubereiten und vielfältig einsetzen.

Herstellung & Herkunft

Die Herstellung von Matcha-Pulver ist eine Kunst und noch heute kommt der weltweit qualitativ beste Matcha aus Japan. Weshalb ist das so?

Die Teepflanze (Camellia sinensis) stammt ursprünglich aus China und verbreitet sich mit wachsender Beliebtheit im asiatischen Raum. In Japan wird aus der Teepflanze fast ausschließlich grüner Tee gewonnen und ist in der japanischen Kultur stark verwurzelt.

Traditionell geschieht das Mahlen des Grüntees zu Matcha mit Steinmühlen aus Granit. Um den einzigartigen Umami-Geschmack zu erhalten, werden die Teepflanzen vor der Ernte mit Matten aus Bambus beschattet. Weitere Informationen zur Herkunft und Herstellung von Matcha findest du hier.

Wie schmeckt Matcha?

Matcha schmeckt mit Wasser aufgeschäumt intensiv nach grünem Tee, jungen Spinatblättern, mitunter leicht süßlich und grasig mit einer intensiven, tiefgrünen Farbe. Die Japaner bezeichnen diese Geschmacksrichtung als „Umami“ und lieben diesen Geschmack.

Matcha sollte nie bitter oder fischig-algig schmecken. Das ist ein Hinweis auf schlechte Qualität des Matchas. Auch eine gelbliche oder gar bräunliche Farbe sollte Matcha nicht aufweisen. Da für Matcha das gesamte Teeblatt verwendet wird, empfiehlt sich hochwertiger Matcha in Bioqualität. Es gibt viele preiswerte Matchapulver, welche jedoch oft von schlechter Qualität sind. Die Herstellung von Matchapulver ist aufwendig und um die notwendige Qualität und Sorgfalt für den feinen Genuss zu erreichen, ist ein entsprechender Preis meiner Meinung nach durchaus gerechtfertigt.

Besonders gute Erfahrungen bei der Qualität habe ich bisher bei P&T gemacht.

Bei einer Zubereitung, als e.g. Matcha-Latte mit Milch schmeckt er auch cremig und fast sahnig. Wer die vegetalen Noten abmildern möchte, kann nach belieben z.B. mit Honig nachsüssen.

Matcha Pulver lässt sich vielfältig in Getränken einsetzen und kann sogar zum Backen von Kuchen e.g. Match-Kuchen, verwendet werden. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Viele spannende Rezepte mit Matcha findest du hier!

Was ist der Unterschied zwischen Matcha und grünem Tee?

Sowohl Matcha, als auch grüner Tee sind grün in der Farbe und die getrockneten Teeblätter werden nicht oxidiert. Worin besteht also der Unterschied?

Der Unterschied zwischen Matcha und grünem Tee besteht in der Zubereitung. Für Matcha wird das ganze Teeblatt als Pulver getrunken und bei klassischem, grünem Tee werden die Teeblätter nach dem Aufguss entfernt. Matcha und Grüner Tee sind zwei unterschiedliche Getränke, welche beide aus der echten Teepflanze (Camellia sinensis) zubereitet werden.

Grüner Tee behält seine grüne Farbe auch nach dem Trocknen bei, da er nicht oxidiert wird, wie z.B. Schwarzer Tee.

Aufgegossen wird grüner Tee mit Wasser, wie Matcha ebenfalls, bei maximal 80°C. Ich persönlich habe sehr gute Erfahrungen mit etwas niedrigeren Wassertemperaturen zwischen 70-80°C gemacht. Dadurch schmeckt der Tee noch feiner, runder und harmonischer. Ein heißer Aufguss bei über 80°C verstärkt die herben und bitteren Aromen im Grüntee.

Das heisst: Matcha und grünen Tee nicht mit kochendem Wasser, sondern maximal mit 80°C heissem Wasser aufgießen, sonst wird er bitter.

Es ist uns allen schon passiert, dass wir abgelenkt waren und den Teebeutel in der Tasse vergessen haben. Falls ihr euch gewundert habt, weshalb euer Grüntee stark bitter schmeckt, kann das unterschiedliche Gründe haben. Gründer Tee von guter Qualität muss nicht bitter sein. Entweder lag es an mangelnder Qualität des Tees, zu heissen Temperaturen des Wassers und/oder zu langer Ziehzeit. Die Ziehzeit hat, ähnlich wie die Wassertemperatur einen Einfluss auf die Stoffe, welche über die Zeit aus dem Teeblatt gelöst werden und somit den Geschmack des Tees beeinflussen.

Grundsätzlich gilt: Je länger die Ziehzeit und je heißer der Aufguss, desto intensiver und bitterer wird der Tee.

Zubereitung

Wie wird Matcha zubereitet? Das Matchapulver wird mit heissem Wasser gemischt und mit einem traditionellem Matchabesen (Chasen) aufgeschäumt. Kombiniert mit heisser Milch oder Milchschaum bekommt man im Handumdrehen leckeren Matcha-Latte.

Menge

Ich empfehle etwa 2g Matchapulver mit dem Bambuslöffel entnehmen und über ein engmaschiges Sieb in eine Schale zu sieben, um Klümpchen zu vermeiden. Anschließend das Pulver mit 60-100ml Wasser (70-80°C) übergießen und mit dem Chasen aufschäumen. Die Menge an Wasser kann je nach geschmacklichen Vorlieben variiert werden. Je weniger Wasser genutzt wird, desto konzentrierter und intensiver der Geschmack des Matcha.

Matcha Aufschäumen

Das Matchapulver wird mit dem traditionellen Matchabesen aus Bambus, dem Chasen, aufgeschäumt. Es empfiehlt sich zu Beginn zunächst das Pulver mit einer kleinen Menge Wasser zu einer Paste zu mischen und anschliessend das restliche Wasser zuzugeben.

Um möglichst feinporigen und dichten Schaum zu bekommen NICHT mit dem Matchabesen einfach schnell im Kreis gerührt. Für den perfekten Matchaschaum wird der Chasen (Matchabesen) während 1-2 Minuten geradlinig bewegt (von vorn nach hinten oder von rechts nach links). Diese Bewegung erfolgt sehr schnell und locker aus dem Handgelenk heraus.

Das erfordert anfangs etwas Übung. Es lohnt sich vorher die Bewegung zunächst trocken, dann in Wasser zu üben. Sollte es beim ersten Mal nicht sofort perfekt funktionierten, hat man nach ein paar Versuchen jedoch schnell den Dreh heraus.

Achtung: Mit dem Matchabesen (Chasen) nie zu tief auf dem Schalenboden entlang stoßen und nicht zu stark an die Wände der Schale schlagen. Anderenfalls können die filigranen Spitzen des Besens brechen und die gleichmäßige, feinporige Schaumbildung beeinflussen.

Matcha Zubehör

Um Matcha traditionell zuzubereiten, benötigst du folgende Utensilien:

  • Matchapulver (bio und qualitativ hochstehend)
  • Matchaschale
  • Matchabesen aus Bambus (Chasen)
  • Sieb
  • Dosierlöffel aus Bambus

Ganz einfach starten kannst du mit einem zusammengestellten Matcha Set, welches bereits alle Essentials für die traditionelle Zubereitung vereint.

Quick-Tipp für die Ungeduldigen und Pragmatiker unter euch: Wem die traditionelle Methode der Matchzubereitung mit Sieb und Chasen zu aufwendig ist, kann das Matchpulver auch mit einem Milchschäumer mischen. Ich persönlich bevorzuge und zelebriere jedoch die traditionelle Variante.

Allgemein wichtig für den perfekten Teegenuss finde ich einen Wasserkocher mit einstellbarer Temperatur und eine Feinwaage. Ein Wasserkocher mit einstellbarer Temperatur erleichtert das temperieren auf 70-80°C. Matcha sollte nicht mit kochendem Wasser aufgegossen werden, da dies den Grüntee bitter schmecken lässt. Eine Feinwaage kann helfen das Matchpulver abzuwiegen (~2g) und so ein Gefühl für die Mengen zu entwickeln. Selbstverständlich könnt ihr nach eurem persönlichen Geschmack auch mehr oder weniger Pulver nutzen.

Cold Brew Matcha

Ich liebe Tee und das zu jeder Jahreszeit! Gerade im Sommer gibt es nichts erfrischenderes als Eistee – Matcha auf Eiswürfeln wird mit kalter Milch schnell zu einem Iced Matcha Latte.

Grüner Tee und andere Teesorten kalt aufgegossen, besonders als slow-drip über Eis, sind immer eine spannende Abkühlung und garantiert nicht langweilig.

Matcha on the Rocks und viele weitere coole Rezepte findest du hier!

Was bedeutet Koicha und Ususcha?

Manchmal liest du in den Beschreibungen, dass dein Matcha für Koicha geeignet ist. Was bedeutet das? Kurz gesagt: Koicha ist eine konzentrierte, dickflüssige und cremige Matcha-Essenz wohingegen Ususcha leichter und flüssiger ist. Beide Zubereitungsarten werden aus Matchapulver gebrüht.

In der Zubereitung von Matcha unterscheidet man Ususcha und Koicha, je nach Textur und Intensität des Matcha. Für die Zubereitung von Koicha wird halb so viel Wasser zum Aufbrühen des Matcha verwendet als für Ususcha. Koicha Matcha wird mit dem Besen kreisend, vorsichtig und langsam gerührt. Koicha ist dadurch cremig und fast dickflüssig mit einem intensiven Geschmack. Für den optimalen Genuss ist für Koicha Match höchster Qualität notwendig, um die leicht süssen und Umaminoten optimal zur Geltung zu bringen. Nutzt man Matcha von schlechter Qualität für die Zubereitung von Koicha, schmeckt man die störenden Bitternoten um so stärker heraus.

Ususcha bereitet man mit mehr Wasser (2g Matcha auf 60-100ml 75°C Wasser) zu als Koicha (2g Matcha auf 30-50ml 75°C Wasser). Hier gilt die Daumenregel: Koicha bei gleicher Menge Matchpulver mit halb so viel Wasser aufbrühen wie Ususcha Matcha. Dadurch wird der Ususcha flüssiger und weniger intensiv im Geschmack. Ususcha beschreibt die Zubereitung des verbreiteten, flüssigen Matcha und wird daher meist nicht extra als Ususcha Matcha bezeichnet. Da alles Geschmackssache ist, ermutige ich dich die verschieden Konsistenzen, Mengen und Qualitäten von Matcha selbst zu variieren und so die Unterschiede kennen zu lernen

Wirkung

Tee enthält wie Kaffee auch Koffein und wirkt somit anregend auf den Körper. Kaffeebohnen enthalten mit 1% etwa 3x weniger Koffein als Teeblätter mit etwa 3%. Für eine reguläre Tasse Kaffee wird mit ~30g/Tasse etwa dreimal mehr Kaffeemehl als Teeblätter für eine Tasse Tee (~3g/Tasse) benötigt. Folglich haben eine reguläre Tasse Kaffee und Tee den gleichen Gehalt an Koffein.

Ein Matcha aus 2g Pulver enthält mit ~80mg folglich so viel Koffein wie eine Tasse schwachen Kaffees.

Einen Matchatee statt des üblichen Morgenkaffee zu trinken kann viele Vorteile bringen. Tee ist wie kaffee natürlicherweise vegan, zuckerfrei und mitunter sogar  frei von Gentechnik. Tee versorgt dich langanhaltend und über einen längeren Zeitraum mit Energie und erhöht deine Konzentration ohne Peaks.

Wie bei vielem ist dies jedoch Geschmackssache und du entscheidest selbst, ob du Tee, Kaffee oder beides trinkst.

Fazit

Kurz gesagt ist Matcha also ein ursprünglich japanisches Teegetränk grünem Tee. Dabei wird das ganze Teeblatt mit all dem guten Inhaltsstoffen zu Pulver zermahlen, aufgebrühlt und getrunken. Wir haben gesehen, dass es gar nicht schwierig ist Matcha selbst zuzubereiten. Das Geheimnis liegt hier vor allem in der Temperatur des Wassers (~70-80°C), sowie der Menge und Qualität des Matchpulvers (~2g/Tasse). Korrekt aufgebrüht ist grüner Tee nicht bitter, sondern wunderbar umami und gar süsslich.

Erlaubt ist was schmeckt! Also mache dich an die Arbeit und probiere es selbst aus. Auf meiner Website findest du neben leckeren Rezepten viele weitere interessante Artikel rund um mein Lieblingsthema Tee! Ich freue mich, dass du mich auf dieser Reise begleitest.